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Steirischer Dachverband der Offenen Jugendarbeit

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Florian Arlt © Dachverband Jugendarbeit
Florian Arlt
© Dachverband Jugendarbeit
Kochworkshops © Dachverband Jugendarbeit
Kochworkshops
© Dachverband Jugendarbeit
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© Dachverband Jugendarbeit

Florian Arlt, du bist Geschäftsführer des steirischen Dachverbands der Offenen Jugendarbeit. Was macht ihr, wie viele Jugendeinrichtungen betreut ihr und was sind die Schwerpunkte eurer Arbeit?

 

Den Dachverband gibt es bereits seit 33 Jahren. Wir arbeiten im Auftrag des Landes Steiermark und fungieren als Fachstelle, Servicestelle und Koordinationsstelle sowie als Interessenvertretung von Jugendeinrichtungen. Davon begleiten wir rund 70 in der Steiermark. Dazu zählen beispielsweise Jugendzentren, Jugendcafés und Jungendtreffs.
 

Ist der Bedarf mit 70 Jugendeinrichtungen in der Steiermark damit gut abgedeckt oder sollte es mehr geben?

 

Der Bedarf der Jugendlichen an solchen Einrichtungen ist auf jeden Fall vorhanden. Es haben sich allerdings auch die Rahmenbedingungen schon sehr geändert. Vor allem bräuchte man mehr Angebote am Abend und am Wochenende, da Schule oder Ausbildungen den größten Teil der Freizeit junger Menschen unter Tags einnehmen.
 

Die überall herrschende budgetär angespannte Lage macht es für die Organisationen aber immer schwerer sich zu erhalten. Die Einrichtungen nehmen unsere Unterstützung vor Ort gerne an. Besonders in regionalen Zentren sollen solche Angebote für Jugendliche aber selbstverständliche zur öffentlichen Infrastruktur gehören.

 

Wie wichtig sind denn die Themen Klima und Umwelt für die Jugendlichen? Beziehungsweise ist eines besonders relevant?

 
Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass diejenigen, die weniger Teilhabe an der Gesellschaft haben, hinsichtlich dieser Themen auch unreflektierter sind. Da ist natürlich auch „konsumieren können" ein erstrebenswerter Status.

In unserer Arbeit bemerken wir natürlich auch, dass bei Jugendlichen aus bildungsferneren Bevölkerungsschichten das Bewusstsein für diese Anliegen bedeutend geringer sind als in bildungsnahen. Und auch, das Land-Stadt Gefälle ist erheblich. So sind die Jugendlichen im urbanen Raum oft bewusster und offener, was zum Beispiel ihr Mobilitätsverhalten betrifft. Am Land gilt natürlich nach wie vor das Auto als Statussymbol für Jugendliche. Oft sind aber auch die Themen sehr komplex, um sie den Jugendlichen einfach und verständlich zu vermitteln. Ich denke, dass wir das größte Bewusstsein im Bereich des Konsums schaffen können und dass es keine einfachen Lösungen gibt - dafür ist unsere Welt zu komplex.

 

Mit welche konkreten Maßnahmen setzt sich der Dachverband für eine nachhaltige Umwelt ein?
 

Wir haben beispielsweise ein Lastenfahrrad für unser Büro angeschafft. Wir haben da wirklich umgedacht und erledigen jetzt Post- und andere Wege gerne damit. Außerdem verleihen wir es auch an Jugendeinrichtungen innerhalb von Graz. Dieses Angebot wird wirklich oft und gerne angenommen. Wir sind aber auch bei gemeinsamen Projekten mit Jugendlichen dabei - Tritt for Speed ist ein solches Projekt, das in Zusammenarbeit mit Jugendlichen und in Kooperation mit dem BMLFUW im Rahmen des Mobilitätsprogramms „klimaaktiv mobil" umgesetzt wurde. In einem mehrtägigen Workshop wurde eine Spielzeugautorennbahn, in eine mit Fahrrädern betriebene Autorennbahnanlage umgebaut. Es wurde gelötet und gemalt, eine bunte Collage gestaltet und in die Pedale getreten!

 

Was gefällt Ihnen an Ich tu's?

Die Klimakochkurse waren wirklich ein großer Erfolg. Beim gemeinsamen klimafreundlichen Kochen lernen die Jugendlichen auch auf gesunde Ernährung zu achten. Dabei spielen aber auch Themen wie Gender, Kultur und Gemeinschaft eine große Rolle. Den Jugendlichen ist auch die Zeremonie des gemeinsamen Kochens, Tischdeckens und Essens total wichtig. Viele haben das zu Hause nicht.

 
Was könnten wir besser machen?

Das Thema Sanierung und die dazu passenden Förderangebote für Jugendeinrichtungen wären aus meiner Sicht sehr wichtig und eine tolle zusätzliche Serviceleistung. Vielleicht könnte es auch Audits vor Ort geben bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen praktische Tipps bekommen, mit kleinen Veränderungen Energie einzusparen und somit auch im Sinne einer nachhaltigen Zukunft zu handeln.
 

Was ist euer nächste große Initiative?

„Prost Mahlzeit", das ist ein Leitfaden für nachhaltige Barkultur, den wir im Herbst herausgeben. Dabei geht es vor allem darum nachhaltige, regionale Produkte zu etablieren und bei Jugendlichen ein Verständnis dafür zu schaffen. Beispielsweise muss es nicht immer ein Softtrink sein, den man trinkt. Eine Alternative wäre selbstgemachter Hollundersaft aber auch das gute alte Glas Wasser sollte wieder mehr im Denken verankert werden.

 

Danke für das Gespräch Florian Arlt!

Graz, Oktober 2017

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