Link zur Startseite

10 Jahre Klimaschutzbildung in der Steiermark

Pressekonferenz am

10. Februar 2020 im CoSa, Joanneumsviertel

Pressekonferenz Klimaschutzbildung © Land Stmk/Purgstaller; Abdruck honorarfrei
Pressekonferenz Klimaschutzbildung
© Land Stmk/Purgstaller; Abdruck honorarfrei

Pressekonferenz mit den GesprächspartnerInnen:

  • Ursula Lackner, Landesrätin für Klimaschutz und Umwelt
  • Andrea Gössinger-Wieser, Klimaschutzkoordinatorin Steiermark
  • Michael Krobath, Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark
  • Friedrich Hofer, Klimabündnis Steiermark
  • Karin Dullnig, Ecoversum
  • Daniela Köck, beteiligung.st

2010 wurde der erste Klimaschutzplan Steiermark beschlossen und damit auch ein Schwerpunkt zum Klimaschutz im Bildungsbereich gelegt. Seitdem wurde das Angebot an Bildungsmaßnahmen im vorschulischen, schulischen, außerschulischen und im Erwachsenenbildungsbereich kontinuierlich ausgebaut und verstärkt. Die Steiermark bietet damit österreichweit eines der umfangreichsten Bildungsangebote zu den Themen Energie und Klimaschutz an.

Mit der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 und dem darauf basierend Aktionsplan 2019-2021 wird dieser wichtige Aspekt in der Klimaschutzarbeit weiter vorangetrieben.

2020 werden daher zusätzliche Angebote geschaffen, um auch Zielgruppen wie Kindergärten oder junge Erwachsene noch besser über den Klimawandel und seine Effekte informieren und zum Handeln anleiten zu können.

Ursula Lackner, Landesrätin für Klimaschutz und Umwelt: „In Bezug auf den Klimaschutz sehe ich meine Aufgabe darin, im Land jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, die Klimaziele des Landes Steiermark zu erreichen. Dafür braucht es ein Zusammenwirken aller. Kein einzelner Mensch wird das alleine schaffen, auch kein einzelnes Ressort, nicht die Steiermark oder Österreich oder Europa alleine. Alle müssen erkennen, dass jeder einzelne Beitrag, und sei er auch noch so klein, bedeutend für das große Ganze ist. Daraus resultiert eine große Aufgabe, die die Landesregierung erfüllen muss: Jede und jeden Einzelnen motivieren, den bestmöglichen individuellen Anteil beizusteuern. Damit aus dem Wollen auch ein Tun wird."

1. 10 Jahre KIimaschutzbildung in Zahlen

KINDERGARTEN

Klimaschutz im Kindergarten: 237 Kindergärten mit ca. 5.000 Kinder direkt erreicht, 10.500 indirekt (durch Abschlussfeste)

SCHULE

  • Seit dem „Ich tu´s"-Pilotprojekt im Schuljahr 2010/11 inkl. des laufenden Schuljahres 2019/20 hat das UBZ an 1562 Ich tu´s-Projekttagen (zu je 4 Schulstunden) mit 1126 Klassen (von der Volksschule bis in die Oberstufe) gearbeitet, das sind 22.166 betreute SchülerInnen.
  • In der LehrerInnen Aus- und Fortbildung waren es 810 PädagogInnen.
  • Fortbildungsseminare für PädagogInnen und BAfEP-SchülerInnen: PädagogInnen: ca. 750; BAfEP-SchülerInnen ca. 320
  • Energiesparprojekt 50/50: 70 Klassen direkt (500 Klassen indirekt); 1050 SchülerInnen direkt (ca. 10.100 indirekt); 200 PädagogInnen
  • Erlebnisausstellung FELIX und MAIRA: 550 Klassen, 550 PädagogInnen
  • Wanderausstellung KLIMAVERSUM: 583 Klassen, 1070 PädagogInnen
  • Workshops zu klimarelevanten Themen: 280 Klassen, 300 PädagogInnen
  • Solarcamp: 10 Solarcamps, 20 Klassen (400 SchülerInnen direkt, 2000 SchülerInnen indirekt)

ERWACHSENENBILDUNG

28 Bildungseinrichtungen im Bereich Erwachsenenbildung mit insgesamt über 500 MitarbeiterInnen

2. Informationen zu den Projekten

Klimaschutz im Kindergarten

Im Projekt wird die Neugier der Kinder für Klimaschutz geweckt. Begleitet von einer Referentin/einem Referenten besuchen „KliMax" und seine Freunde den Kindergarten. Ein Klima-Koffer bleibt zwischen den beiden Workshops einige Wochen im Kindergarten.

Fortbildungsseminare für PädagogInnen und BAfEP-SchülerInnen: Im Zuge des Projektes „Klimaschutz im Kindergarten werden regelmäßig Seminare zum Inhalt und Ablauf des Projektes, sowie der Umsetzung und dem Experimentieren, angeboten. 

„Ich tu´s" im schulischen Bildungsbereich

Seit dem Schuljahr 2010/11 arbeitet das UBZ mit steirischen Schulen im Rahmen der „Ich tu´s"-Kampagne zusammen. Dabei werden für alle Schultypen und Schulstufen Projekttage zu je vier Schulstunden angeboten, die von UBZ-MitarbeiterInnen vor Ort in den Klassen ausgetragen werden.
Da das Thema Klima ein sehr umfangreiches ist, können in Absprache mit der Lehrperson unterschiedlichste Inhalte behandelt werden. Diese reichen von der Erarbeitung von Grundlagen wie den Besonderheiten der Luft und der Treibhausgase (v. a. in der Primarstufe), über Klimaprognosen und Klimawandelfolgen bis hin zu allgemeinen und persönlichen Klimaschutz-Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Energie und Konsum. Auch das Thema Klimawandelanpassung als zweite wichtige Säule neben dem Klimaschutz wurde in den Themenkreis aufgenommen. In jedem Fall werden die Inhalte praxisnah, altersgerecht und handlungsorientiert vermittelt.
Speziell mit Oberstufen wurde in den letzten Jahren auch verstärkt mit Methoden auf einer stärker emotionalen und persönlichen Ebene gearbeitet, z. B. mit Mitteln der Theaterpädagogik und ganz aktuell über das Anbieten eines Klima-Planspiels gemeinsam mit der Fachstelle für Kinder-, Jugend- und BürgerInnenbeteiligung (beteiligung.st).

Ebenso seit fast 10 Jahren werden Seminare für PädagogInnen angeboten, bei denen praxiserprobte Methoden aus den Projekttagen den TeilnehmerInnen weitervermittelt werden.

Um zukünftige LehrerInnen schon vor den Eintritt in die Schullaufbahn mit den gegenständlichen Inhalten zu erreichen, fließen Inhalte aus dem Projekt auch seit einigen Jahren in die PädagoInnenausbildung auf der Pädagogischen Hochschule Steiermark und der Karl-Franzens-Universität ein.

Für die Umsetzung der entwickelten Methoden werden darüber hinaus Unterrichtsmaterialien wie Unterrichtsmappen oder Stundenbilder publiziert, die den steirischen Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Energiesparprojekt 50/50: Ist ein Energiesparprojekt für Schulen, das in enger Kooperation mit der Gemeinde durchgeführt wird. Ziel ist es, den bewussten Umgang mit Energie zu fördern und durch Verhaltensänderung der SchülerInnen und PädagogInnen Energie einzusparen. Die eingsparten Energiekosten werden dann zwischen Schulerhalter und Schule aufgeteilt.

Erlebnisausstellung FELIX und MAIRA: Die von ReferentInnen geführte Ausstellung bringt aktuelle Themen wie Erderwärmung, Bedrohung der Regenwälder und Energie sparen auf leicht verständliche Art und Weise ins Klassenzimmer.

Wanderausstellung KLIMAVERSUM: Die interaktive Wanderausstellung, die vom Grazer Kindermuseum erstellt wurde, tourt zum Erforschen des weltweiten Klimas durch die Steiermark.

Workshops zu klimarelevanten Themen: In unseren Workshops, die die Themenbereiche Klima, Klimawandelanpassung, Energie, Mobilität, Regenwald, Klimagerechtigkeit und Konsum umfassen, werden Problemfelder aufgegriffen, globale Zusammenhänge dargestellt, eigene Handlungsmöglichkeiten erarbeitet und Lösungsansätze aufgezeigt.

Solarcamp: SchülerInnen und PädagogInnen werden im Projekt für globalen Klimawandel, erneuerbare Energie und nachhaltige Energiewirtschaft in erlebnisorientierter Art und Weise sensibilisiert. In mehreren Projekttagen wird in Kooperation mit der Energieagentur Weststeiermark eine thermische Solaranlage gebaut.

Klimaschutz in der Erwachsenenbildung

In dem Projekt „Klimaschutz in der Erwachsenenbildung" entwickeln aktuell 28 steirische Institutionen der Erwachsenenbildung Angebote und Aktivitäten zum Klimaschutz und beteiligen sich damit als strategische PartnerInnen des Landes zur Erfüllung der Klimaschutzziele. Die fachliche Durchführung des Projektes liegt bei ecoversum.

Im Mittelpunkt steht der von ecoversum und „Der Energiedetektiv" entwickelte Klimacheck, um systematisch Potenziale und Maßnahmen für den Klimaschutz in der Organisation zu entdecken.

Durch die externe Begleitung werden die Organisationen dabei unterstützt, die Inhalte ihres Bildungsprogramms um Klimaschutzthemen zu erweitern, die Integration von Klimaschutz im Unternehmensleitbild sicherzustellen sowie Maßnahmen für einen klimasensiblen Standort umzusetzen: Dabei werden Energiesparmaßnahmen für Gebäude und Büros ebenso optimiert wie Klimaschutzmaßnahmen in der Beschaffung, in der Küche/Verpflegung, in der Reinigung, in der Mobilität, im Wissensmanagement, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Veranstaltungsorganisation bearbeitet.

Die MitarbeiterInnen werden in hausinternen Workshops geschult und zur Implementierung von Verbesserungsmaßnahmen motiviert, ganz nach dem Motto „Vom Wissen zum Handeln".

In den ersten zwei Projektjahren von 2017/18 beteiligten sich 18 unterschiedliche Bildungsinstitutionen in verschiedenen Regionen der Steiermark und wurden bereits als „Ich tu´s BildungspartnerInnen Erwachsenenbildung" ausgezeichnet. In der zweiten Projektphase seit 2019 ist das Netzwerk bereits um weitere 10 Bildungseinrichtungen gewachsen und weitere Interessierte stehen in den Startlöchern.

Aktuelle Liste der Ich tu´s Partner Erwachsenenbildung:

2017/18

  • Bildungshaus Schloss St. Martin
  • Bildungshaus (Bildungsforum) Mariatrost
  • EKIZ Süd, Eltern-Kind-Zentrum Wagna
  • Energieagentur Weststeiermark, Haus der Energie | Stadtgarten Deutschlandsberg
  • Forstliche Ausbildungsstätte Pichl
  • Jugend am Werk Steiermark GmbH, Arbeit & Beschäftigung Mureck
  • Katholisches Bildungswerk
  • Kompetenz - Berufliches und soziales Kompetenzzentrum Südsteiermark GmbH
  • Klimabündnis Österreich GmbH, Regionalstelle Steiermark
  • LFI - Ländliches Fortbildungsinstitut Steiermark
  • LNW Lebenshilfe NetzWerk GmbH, Standort Gnas
  • Österreichische URANIA für Steiermark
  • Steiermarkhof
  • WIKI Gruppe, WIKI Akademie Graz
  • ZAM Steiermark GmbH, Regionalstelle Feldbach
  • ZAM Steiermark GmbH, Regionalstelle Leibnitz
  • ZAM Steiermark GmbH, Regionalstelle Murau
  • ZAM Steiermark GmbH, Regionalstelle Murtal

Seit 2019

  • Berufliches und Soziales Kompetenzzentrum Oststeiermark GmbH, Söchau
  • Bildungshaus Retzhof, Wagna
  • Bildungsnetzwerk Steiermark, Graz
  • Haus der Frauen, St. Johann bei Herberstein
  • Ludovico, Graz
  • Österreichische Hochschülerschaft an der Uni Graz
  • Uranschek GmbH, Graz
  • Verein Styrian Summer Art, Pöllau
  • WIFI Steiermark, Graz
  • ZAM Steiermark GmbH, Standort Liezen

 

3. Neue Bildungsprojekte für 2020

Ich tu's - Klimaplanspiel

DEINE GEMEINDE - UNSER KLIMA

entwickelt von beteiligung.st (Fachstelle für Kinder-, Jugend- und BürgerInnenbeteiligung) gemeinsam mit dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (UBZ)

In diesem Planspiel zum Thema Klimaschutz werden vier fiktive Gemeinden der Kleinregion „Wurzelwald" dargestellt, die sich gemeinsam zur Einhaltung von Klimazielen verpflichtet haben. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits in den Gemeinden spürbar und können nur gemeinsam in Angriff genommen werden. Deshalb haben die Gemeinden einen Klima-Pakt geschlossen und sich auf Klimaziele geeinigt, die zusammen erreicht werden sollen. Allerdings verfolgt jede Gemeinde auch eigene ökonomische Ziele ...

Durch den Einsatz von analogen, digitalen und gruppendynamischen Spielelementen wird die Spielzeit zu einem aktiven, kurzweiligen und reflektierten Lernerlebnis.

Das Klimaplanspiel wurde für Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren (bzw. ab der 9. Schulstufe) konzipiert und kommt ab 2020 in steirischen Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen (in Kooperation mit Ecoversum) zum Einsatz.

Im schulischen Kontext erfüllt das Klimaplanspiel über die thematische Beschäftigung mit dem Klimawandel hinaus Forderungen unterschiedlicher Unterrichtsprinzipien und Bildungsanliegen, knüpft an Lehrplanpassagen diverser Schultypen an und schult auch soziale und personale Kompetenzen.

Weitere Infos unter: Externe Verknüpfung www.klimaplanspiel.at

Es werden im Jahr 2020 und 2021 50 Workshops dazu in steirischen Schulen, Gemeinden, Regionen und
    Institutionen der Erwachsenenbildung stattfinden  
  

Vom Klimaschrecker zum Klimachecker
Ein Bilderbuch zum Klimaschutz für den Kindergarten und die Volksschule

Kinderbuch „Vom Klimaschrecker zum Klimachecker"

Das 48-seitige Hartcover-Bilderbuch ist als Vorlesebuch für 3-8jährige Kinder gedacht, aber auch für Volksschulkinder als Erstlesebuch zu empfehlen. Durch eine anschauliche Art und Weise werden komplexe Themen wie Klimawandel, Klimaschutz und der respektvolle Umgang mit der Natur vermittelt.

Die drei Hauptfiguren des Kindergartenprojektes finden sich auch im Buch wieder. Da ist einerseits der Klimaschrecker, ein seltsames Wesen, der unbeschwert durchs Leben geht und andererseits seine Freunde KliMax und Stektor, die ihm zeigen, zeigen, dass jedes Wesen der Erde mithelfen muss, um den Klimawandel zu bekämpfen. Gemeinsam erleben sie viele lehrreiche Situationen, die im Klimaschrecker eine Verwandlung auslösen.

Das Buch, das mit einer Erstauflage von 2000 Stück produziert wurde und wird an alle steirischen Kindergärten, Volksschulen und Bibliotheken versandt. Zusätzlich soll im Rahmen eines „Klimatages" in Kooperation mit dem Lesezentrum Steiermark und weiteren PartnerInnen ein Buchvorstellungstermin mit Lesung, in ausgewählten Bibliotheken, in allen steirischen Regionen organisiert werden.

Graz, am 10. Februar 2020

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).