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Mythos 4.3

Der Akku von E-Autos stellt ein Sicherheitsrisiko dar

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Der Akku ist eines der wichtigsten Elemente in einem E-Auto. In ihm wird die Energie gespeichert, welche zur Fortbewegung benötigt wird - wie der Tank bei einem fossilen PKW. Daher muss sichergestellt werden, dass der Akku bei Einwirkungen von außen und innen stets sicher ist und auch bleibt.
Für die Markteinführung von Traktionsbatterien bzw. Hochvoltspeichern für Fahrzeuge ist die Prüfung nach ECE-R100.02 sowie eine Typzulassung (Homologation) der Traktionsbatterien bei einer nationalen Kraftfahrzeugbehörde erforderlich. Ohne eine Typgenehmigung kann keine Traktionsbatterie in Europa und in außereuropäischen Ländern, die die ECE-Regelungen anerkennen, auf den Markt gebracht werden. Somit ist die Prüfung nach ECE-R100.02 für Traktionsbatterien in Elektro- und Hybridfahrzeugen zwingend erforderlich.

Welche Tests durchgeführt werden müssen, ist im Annex 8 der ECE-R100.02 geregelt. Nachfolgend aufgeführte Prüfungen an Hochvoltspeichern (Traktionsbatterien) müssen durchgeführt werden:

8A: Vibrationstest
8B: Wärmeschock- und Zyklusprüfung
8C: Erschütterungen
8D: Mechanische Unversehrtheit
8E: Feuerbeständigkeit
8F: Externer Kurzschlussschutz
8G: Überladungsschutz
8H: Schutz gegen übermäßiges Entladen
8I: Überhitzungsschutz

Weiters werden Crashtests an Fahrzeugbatterien durchgeführt. Bei einem Crashtest werden wirklichkeitsgetreue Unfallszenarien simuliert. So können fundierte Informationen über die Sicherheit der Batterie bei einer Verformung der Fahrzeugkarosserie gewonnen werden. Auch für Crashtests gibt es ein eigenes Regelwerk, wie diese abzulaufen haben.
Somit kann sichergestellt werden, dass die Akkus von E-Autos allen technischen Anforderungen entsprechen und gegen Einflüsse von außen und innen bestehen können.

Was passiert bei einem Unfall?

Im Vergleich zu fossilen Fahrzeugen weisen E-Autos keine höheren Sicherheitsrisiken auf. Das Hauptrisiko liegt aber beim Akku, jedoch ist dieser durch Stahlplatten sehr gut gesichert bzw. hat jeder Akku ein sogenanntes Batteriemanagement, welches das Fahrzeug im Falle eines Unfalles stromlos/spannungsfrei schaltet. Das bedeutet, dass in den Leitungen kein Strom mehr fließt, alle Stromverbraucher ausgeschaltet sind und die Rettungskräfte bzw. Ersthelfer keinen Stromschlaf fürchten müssen.

Die Brandgefahr ist bei einem fossilen Fahrzeug gleich hoch wie bei einem E-PKW. Die Akkus sind jedoch so konzipiert, dass sie Selbstentzündungen vermeiden und ggf. den Akku stromlos schalten können. Die Fotos von E-PKW, die in Flammen aufgehen, betreffen zumeist wirklich das Fahrzeug selbst und nicht den Akku. Sollte ein E-Auto (oder auch Plug-in-Hybrid) zu brennen beginnen, kann die Feuerwehr dieses recht einfach mit Wasser löschen. Ob bei einem E-Auto-Brand der Akku auch in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht immer leicht erkennbar, daher verwenden die Feuerwehren zumeist mehr Wasser, um den Akku ggf. kühlen zu können. Weiters werden Thermografie-Kameras eingesetzt, um eine mögliche Wärmeentwicklung im Akku rechtzeitig feststellen zu können. Für das Löschen eines E-Autos gelten dieselben Anforderungen wie für das Löschen eines fossilen Fahrzeuges.

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